Zelt

Etliche Jahre habe ich auch auf Wintertouren das Hilleberg Nallo 3 GT eingesetzt. Die Lüftung funktioniert aber nicht besonders gut und zu viert oder dritt ist es in dem Dreipersonenzelt sehr eng. Von der Idee her ist es auch eher ein Leichtgewicht- als ein Winterzelt.

Hilleberg Nallo 3 GT

Mein Zelt im ersten Wintereinsatz auf der Hardangervidda. Damit der Wind nicht unter das Außenzelt bläst ist es etwas eingegraben bzw. zugeschaufelt.

Deshalb habe ich mir im Frühjahr 2017 das Helsport Spitsbergen 4 X-trem Camp gegönnt. Im folgenden Winter 2018 in Lappland waren besonders die Schneelappen (snowflaps) nützlich, weil damit lediglich nur noch 4 Heringe notwendig waren, um das Zelt aufzubauen und auch bei starkem Schneefall einigermaßen in Form zu halten.

Helsport Spitsbergen 4 X-trem

Auf dem ersten Einsatz in Nordnorwegen. Vier Heringe haben zum Aufbau gereicht.

Für mich alleine war das Vierpersonenzelt natürlich ein Palast!


Transport

Damit man das Zelt schnell aufbauen kann wird es nicht ganz zerlegt:

  • Die während der Tour ständig benötigten Heringe bleiben unverlierbar mit dünner Reepschnur angebunden.
  • Die Gestängebögen werden halb aus den Kanälen gezogen und in der Mitte einmal zusammengeklappt.
  • Das Zelt wird zusammengerollt, ergibt ein Gepäckstück mit ca. 2 m Länge (abhängig von der Gestängebögen) und etwa 10 cm Durchmesser.

Das Zelt kann man dann so wie es ist mit den Spanngurten auf der Pulka befestigen. Mich stört dabei aber das Geklapper der Heringe, deshalb kommt es besser in einen extra für diesen Zweck konstruierten Pulkasack, die gibt es jeweils von Helsport und Hilleberg, wobei der von Helsport länger ist.

Für die bei normalem Wetter nicht benötigten Heringe bereitet man dann auch noch passende Reepschnurstücke zum Anbinden oder Anclipsen vor.

Um den Zeltaufbau bei Wind zu erleichtern, habe ich an einer bestimmten Stelle ein Stück Reepschnur mit einem Karabiner am Zelt angebracht. Damit ist einerseits eine Identifikation z.B. des Eingangs möglich und andererseits eine Befestigung gegen Wegfliegen gegeben.


Schneeheringe

Ich habe unterschiedliche Längen im Einsatz: 25 cm - 30 cm - 50 cm:

  • Die kürzeren Heringe sind für den Boden gedacht, die Längeren für die Abspannleinen.
  • Die Heringe, die ich unbedingt brauche sind mit dünner Reepschnur am Zelt festgebunden, damit sie im Schnee nicht verloren gehen können.
  • Heringe, die ich bei aufkommendem Sturm möglicherweise zusätzlich benötige, halte ich mit bereits angeknoteter Reepschnur und kleinem Karabiner zur Verbindung verpackt bereit.
  • Die langen Heringe (50 cm) konnten bisher noch keinen wesentlichen Vorteil bieten.

Die Helsport Schneeanker ("Swiss Piranha Snow Anchor") habe ich auch mit, konnte ich aber bisher noch nicht einsetzen.  Die ebenfalls irgendwo erhältlichen Schneebeutel zur Fixierung halte ich für keinen Versuch wert. Um bei Bedarf Eissanduhren zu bohren habe ich Eisschrauben. Aber entweder hatte ich sie mit und nicht benutzt oder ich hätte sie gerne benutzt und hatte sie dann nicht mit.

Ski, Skistöcke oder andere Ausrüstungsgegenstände nehme ich normalerweise nicht zum Zeltaufbau da sie mir dann für ihren eigentlichen Zweck fehlen.


Tunnelzelte im Vergleich

In der Abbildung links sind die Grundrisse der beiden Zelte einmal gegenübergestellt. Das Helsport ist ein ordentliches Stück größer. Hinzu kommt, dass die Höhe und Breite des Innenzelts überall gleich groß ist und man sogar noch einen zweiten Eingang hat. Um die optimalen Heringe einzusetzen sind sämtliche Befestigungs- bzw. Verankerungsmöglichkeiten  dargestellt. In der Finnmark hat es gereicht, jeweils die beiden äußersten Befestigungspunkte an den beiden Apsiden mit kleinen 30 cm langen Heringen zu nutzen. Auf die Schneelappen kam dann noch ordentlich Schnee und es hat alles gehalten.

Die kleine Apsis hatte ich auf meiner Solo-Tour gar nicht benutzt.